Technorama

Mein lezter Besuch im Technorama liegt ein paar Jahre zurück. Nur noch schwach kann ich mich an die abgedunkelten Räume zurückerinnern, in welchen die mechanischen und physikalischen Geheimnisse unserer Welt erklärt werden.

Seit meiner Schulzeit hat sich im Technorama einiges verändert. So hoffe ich zumindest. An einem verregneten Donnerstag (Katholisch) steht unser Plan und die belegten Brote sind geschmiert: Ab nach Winterthur über die Autobahn. Zumindest was davon übrig ist, neben den laufenden Baustellen.

Am Ticketschalter angekommen, bin ich vom Tagesprogramm überwältigt. Es gibt einen oder mehrere Escape Rooms, Workshops und mehrere Vorstellungen. „die Entstehung des Blitz“ um 11:00 Uhr und um 14:30 „Gase, ein Hauch von nichts“ Anschliessend um 15:15 wollen wir noch alles über Laser erfahren.

Wir beginnen sogleich hinter dem Empfang, mit der Mechanik und der Elektroabteilung. Dort finden wir heraus, dasss Strom immer auch ein Magnetfeld erzeugt. Der Kupferdraht wird mit zunehmendem Strom warm und heiss bis glühend. Wenn dieser Kupferleiter entsprechend gekühlt wird, kann der Widerstand auf Null gebracht werden. Sogenannte Supraleiter entstehen. Gleichwohl kann ein Magnet mit entsprechenden Magnetfeld eingefroren werden. Auch das geht nur mit Supraleitern. Diese speziellen Materialien haben die Eigenschaft, dass diese im „normalen“ Zustand kein Magnetfeld besitzen. Werden diese Materialien auf ein Magnetfeld gesetzt und dann auf ca. Minus 200 Grad Celsius gekühlt, so „speichern“ diese das induzierte Magnetfeld so lange wie die Kälte entsperchend anhällt.

Was schützt eindrücklich vor einem Blitz? Richtig, der faradäische Käfig. Dieser leitet den Blitz an seinem Metall um einen Hohlraum. Wir setzten uns für die Vorstellung vor die Bühne in die erste Reihe. Links und Rechts von uns sitzen Kinder und Jugendliche. Wir hoffen als Begleitpersonen durch zu gehen und warten auf den Beginn der Show. Die nette Lady erklärt uns wie eine elektrische Ladung entsteht. Der Blitz ist ein Produkt der unterschiedlichen Ladungen zwichen Himmel und Erde. Auf der Bühne steht eine grosse Teslaspule mit welcher dieser Blitz-Effekt simuliert werden kann. Die ersten Blitze auf der Bühne lassen nicht lange auf sich warten, doch der Donner fehlt komplett. Scheinbar verdampfen die mini Blitze zuwenig Feuchtigkeit in der Luft, als dass es in einem Donner enden könnte.

Stolpernd durch die Ausstellung wandernd, folgen wir den Spuren des Lichts, welche durch Prismen fallen und sich in Spiegel knicken. Wir finden im Obergeschoss eine Vorrichtung um eine riesiege Seifenblasenwand entstehen zu lassen. Knatternde und Quitschende Holzspielzeuge für Klein und Gross. Schon bald knurrt mein Magen. Es ist Mittagszeit. Wir gönnen uns ein belegtes Brot umgeben von unzähligen Schülern, welche das selbe Bedrüfniss hatten, nämlich etwas in sich hinein zu stopfen, um nicht zu verhungern.

Vereinfachte Darstellung von Wellen

Ein kleiner abstecher im Souvenir Shop verrät uns, welche Technik spielerisch zum Verkauf angeboten wird. Papierflieger-Motoren mit Funkfernsteuerung, Plasmakugeln, Becher mit mathematischen Formeln, diverse Knobelspiele und vieles mehr. Alles was das Technik Herz begehrt. Ich schwanke zwischen der Papierflieger Nachhilfe und dem Rechen-Spick Becher und lasse es dann bleiben wegen Plaztmangel in meiner Wohnung.

Einen Sandkasten für eine Kugel

Es ist bald Zeit für die Gas Vorstellung. Wir begeben uns in den ersten Stock und setzten und auf die Tribühne. Gespannt verfolgen wir die Präsentation von Helium und wie schnell ein Ballon gefüllt mit diesem Gas brennen kann. Oder etwa nicht? Zum Glück wird an der Leinwand oberhalb des Podiums eine Slow-Motion Sequenz eingeblendet, welche zeigt, dass Helium nicht brennbar ist. Lediglich der Ballon hat das platztende Geräusch verursacht. Als nächstes wird mit Heliumgas Schaum erzeugt. Die Schaumschwaden fliegen dann ab einer gewissen Grösse nach oben an die Decke und sind wahrscheinlich jetzt noch dort. Als nächstes wird ein Wasserstoff Ballon gefüllt. Einige von euch mögen sich an die Zeit erinnern an denen Zeppeline oder Starrluftschiffe im Himmel schwebten. Diese waren damals alle mit Wasserstoff gefüllt. Ein hochentzündliches Gas wie das Experiment im Technorama dann zeigte. Der Wasserstoffballon verbrannte mit einer Hize, welche noch in der fünf Meter entfernten Tribühne zu spüren war. Kein Wunder, dass das Zeitalter der Zeppeline nach dem Unglück der Hindenburg, entgültig ihr Ende nahm¹. Die Vorstellung auf der Bühne geht ihrem Ende entgegen und wir lernen ein anderes Interessantes Gas kennen, das Knallgas. Dies ist ein Sauerstoff-Wasserstoff Gemisch, welches richtig laut knallt beim entzünden. Es ist so laut, dass empfohlen wurde den Mund offen zu halten um das Trommelfell von der Druckwelle zu schützen. Das war ein Spass!

Faszinierend

Anschliessend an die Gas Vorstellung schreiten wir schnurstracks zur Laser Vorstellung. Wir erfahren, dass sämtliche Laser sehr gefährlich sind. Trifft ein Laserstrahl auf ein Auge, wird der Reflex „Augenlied schliessen“ nicht aktiviert, da der Laserstrahl schlichtweg zu wenig Abstrahlung hat. Oder anders ausgedrückt; der Laserstrahl ist einfach zu dünn. Beim Auftreffen eines Laserstrahles im Auge wird der Sehnerv permanent geschädigt. Der Laser im Technorama ist noch stärker als jeder handelsüblichte Taschenlaser. Der Präsentator konnte einen Ballon zum plazten bringen und sogar ein Zündholz damit anzünden.

Die Apple Watch ladestation

¹Anmerkung des Autors: Die Hindenburg wurde um das Jahr 1936 geplant und gebaut. Mann war sich der Problematik des Wasserstoffes bewusst und hat die Hindenburg grösser gebaut als seinen Vorgänger um diese dann mit dem nicht brennbaren Helium zu füllen. Doch damals war die USA der einzige Hersteller von Helium. Der aufsteigende Nationalsozialismus im Deutschen Reich war den Amerikanern bekannt. Es wurde beschlossen, den Deutschen kein Helium zu liefern. Da half auch ein Gespräch mit dem damaligen Präsidenten der USA nichts. So wurde die Hindenburg mit dem Leistungsfähigerem Wasserstoff gefüllt. Durch die zusätzliche Tragkraft wurden dann noch weitere Passagierplätze angebaut.

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